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Pressekonferenz zu Industrie 4.0 am 14. März war ein voller Erfolg

In Fachkreisen ist man sich schon lange darüber einig: die 4. industrielle Revolution steht in unseren Fabriken unmittelbar bevor und wird die deutsche Industrie im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit entscheidend stärken.

Um dem neuen Paradigma auf die Spur zu kommen und grundsätzlich zu klären, was sich hinter den Begriffen wie „Industrie 4.0“, „4. industrielle Revolution“ und dem Einsatz „Cyber-Physischer Systeme“ verbirgt, stellten sich die Experten Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Wahlster (Vorsitzender der Geschäftsführung DFKI), Prof. Dr. Detlef Zühlke (Wissenschaftlicher Direktor Innovative Fabriksysteme - IFS, DFKI) und Dr. Klaus Mittelbach (Vorsitzender der Geschäftsführung ZVEI) Mitte März in Kaiserslautern der Presse.

Prof. Wolfgang Wahlster betonte die Relevanz für die deutsche Industrie und stellte die bevorstehenden Neuerungen anschaulich in die Reihe der großen industriellen Revolutionen – von der Einführung der Dampfmaschinen, über die erste arbeitsteilige Massenproduktion mit Hilfe von elektrischer Energie bis hin zur Basis für die vorerst letzte Stufe, dem Einsatz von Automatisierungstechnik und IT in unseren Fabriken.

Er machte deutlich, wie man in Deutschland in der Lage ist, das Internet der Dinge für eine 4. Industrielle Revolution zu nutzen und wie die Bundesregierung diese Bestrebungen unterstützt. Nicht zuletzt wird auch der Mensch in der neuen Industriewelt seinen Platz finden und durch zahlreiche smarte Ausbildungs- und Assistenzsysteme unterstützt werden.

Prof. Zühlke stellte die Idee der SmartFactoryKL in den Vordergrund, die man als Wegbereiter der Thematik Industrie 4.0 auffassen kann. Alle Kennzeichen der Vision der Fabrik der Zukunft, wie es auch von der Bundesregierung und der Promotorengruppe verstanden wird, sind hier bereits im Grundkonzept berücksichtigt: Alltagstechnologien und Methoden aus der IKT sind real in der industriellen Anwendung erlebbar.

Gemeinsam veranschaulichte man die Eckpunkt, welche die Fabriken der Zukunft ausmachen werden und in der SmartFactoryKL bereits Realität geworden sind:

  • Smarte Objekte – die Veredelung vieler technischer Geräte durch dezentrale Intelligenz
  • Allumfassende Vernetzung – die Kommunikationsfähigkeit aller solcher smarten Objekte in einem Netzwerk
  • Wandelbare, agile Produktionssysteme – die Aggregation smarter Objekte zu weitgehend selbstkonfigurierenden Produktionssystemen
  • Nutzung von Internet-Standards – die Adaption existierender und erprobter Standards zur kabelgebundenen und drahtlosen Kommunikation, z.B. durch TCP/IP, Bluetooth, WirelessHART etc.
  • Vertikal Integration im Netzwerk – die Ablösung strikt horizontaler und hierarchischer Steuerungsarchitekturen durch stärkere vertikale Integration und Durchgängigkeit in den Netzwerkstrukturen
  • Neue Fabrikplanungsmethoden – der Einsatz abstrakter Planungsverfahren auf Basis digitaler Modelle mit stärkerer Parallelisierung der Planung mechanischer und elektronischer Systeme
  • Energie- und ressourcenoptimierte Produktion – die durchgängige Erfassung und Optimierung des Verbrauchs von Energie und anderen Ressourcen
  • Veränderte Rolle des Menschen – die stärkere Unterstützung des Nutzers durch einen verbesserten und mobilen Zugriff auf Produktionsdaten und –anlagen, z.B. durch Nutzung von Tablet-PCs und Smartphones, verbunden mit einer nutzerzentrierten und kontextadaptiven Interaktionsgestaltung

Insbesondere der Einsatz Cyber-Physischer-Systeme, also der Einsatz verteilter, aber miteinander vernetzter intelligenter Objekte, wird die Fabrik der Zukunft von Grund auf revolutionieren.

Dr. Klaus Mittelbach (ZVEI) rundete die Betrachtung aus der Perspektive der Industrie ab. Er betonte die Innovationskraft der neuen Informations-Technologien für die Industriewelt und hob hervor, dass die 4. Industrielle Revolution eine Software-Revolution sei. Am Beispiel der Alltagstechnologien könne jeder die immer kürzer werdenden Innovationszyklen erkennen.

Alle Podiumsredner waren sich einig, dass die deutsche Industrie hierbei die Chance auf einen einzigartigen Innovationsvorsprung haben kann, den es gilt mit Unterstützung der Förderprogramme der Bundesregierung zu nutzen.

Unter anderem berichtete die ARD mit einem Beitrag im Mittagsmagazin:
http://www.br-online.de/mittagsmagazin/1603_Industrie40.shtml

Die SmartFactoryKL

Die SmartFactoryKL ist eine herstellerunabhängige Forschungs- und Demonstrationsplattform, in der innovative Informationstechnologien und deren Einsatz in einer realitätsnahen industriellen Produktionsumgebung getestet und weiterentwickelt werden. Ihr Name wird bereits synonym für die Fabrik der Zukunft verwendet. Sie wird durch starke Partner aus Wissenschaft und Industrie – allen voran dem DFKI - getragen und ist in der Form einzigartig.

Auf der kommenden Hannover Messe (23.-27.04.2012) wird das DFKI die SmartFactoryKL als zentrales Ausstellungsstück des Industrial-IT Forums präsentieren. In Halle 8, Stand D.06, werden Fachpublikum und Öffentlichkeit an einem beispielhaften Produktionsprozess die Kerntechnologien von Industrie 4.0 live erleben können.

DFKI

Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI) mit Sitz in Kaiserslautern, Saarbrücken und Bremen sowie einem Projektbüro in Berlin hat sich seit der Gründung 1988 zum weltweit größten Forschungszentrum auf diesem Gebiet entwickelt. Das Finanzierungsvolumen lag 2010 bei ca. 36 Millionen Euro. DFKI-Projekte adressieren das gesamte Spektrum von der anwendungsorientierten Grundlagenforschung bis zur markt- und kundenorientierten Entwicklung von Produktfunktionen. Aktuell forschen mehr als 400 Mitarbeiter aus 60 Nationen an innovativen Software-Lösungen mit den inhaltlichen Schwerpunkten Wissensmanagement, Cyber-Physical Systems, Robotics Innovation Center, Innovative Retail Laboratory, Institut für Wirtschaftsinformatik, Eingebettete Intelligenz, Agenten und Simulierte Realität, Erweiterte Realität, Sprachtechnologie, Intelligente Benutzerschnittstellen, Innovative Fabriksysteme. Der Erfolg: über 50 Professoren und Professorinnen aus den eigenen Reihen und 57 Spin-Off-Unternehmen mit mehr als 1.300 hochqualifizierten Arbeitsplätzen.